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Die Engellehre anhand

der liturgisch-kultischen Verehrung

Die sieben Erzengel

In den Ostkirchen werden die Engel in wesentlich mehr Textstellen im Gebet während des liturgischen Jahres erwähnt und mit viel mehr Festtagen ihrer zu Ehren gefeiert als in der Westkirche. Auch werden die Engel viel mehr in Bildern verehrt. Die Ostkirche kennt  in ihren Bildern bis zu acht  Erzengel. Die Namen der 7  Erzengel sind: Michael, Gabriel, Raphael, Uriel, Jehudiel, Barachiel und Salathiel. Als 8. Erzengel Jeremiel.

 

E7Erzkl.jpg (11758 Byte) Die Geschichte der Erzengel

Das Wort Erzengel kommt aus dem Griechischen und Lateinischen und soll aufzeigen, dass es sich um einen "Vorsteher", einen "höchsten Engel" handelt. Im Alten Testament (AT), das fünf oder sechs Engelsfürsten erwähnt, wird der Name des mächtigen Fürsten Michael (im Buch Daniel) dreimal genannt. Die Bezeichnung »Erzengel« war dem AT und auch sonst in der Antike unbekannt.  Doch es heißt im Buch Tobit (12,15): "Ich bin Raphael, einer von den sieben heiligen Engeln, die die Gebete der Heiligen emportragen und mit ihm vor die Majestät Gottes treten."
Im Neuen Testament wird der Erzengel Michael ausdrücklich im Judasbrief (1,9) genannt: "Als der Erzengel Michael mit dem Teufel rechtete und über den Leichnam des Mose stritt, wagte er nicht, den Teufel zu lästern und zu verurteilen, sondern sagte: Der Herr weise dich in die Schranken." Die Offenbarung des Johannes (1,4 und 12,7)   nennt unter den sieben Geistern/ Engeln Gottes ausdrücklich Michael: "Johannes an die sieben Gemeinden in der Provinz Asien: Gnade sei mit euch und Friede von Ihm, der ist und der war und der kommt, und von den sieben Geistern vor seinem Thron" und "Da entbrannte im Himmel ein Kampf; Michael und seine Engel erhoben sich, um mit dem Drachen zu kämpfen. Der Drache und seine Engel kämpften"
Das Neue Testament (NT) erst kennt den "Erzengel" und nennt ein einziges Mal einen solchen mit Namen: Michael. Die "Sieben", eine im AT gottgewollte Vollkommenheitszahl, greift das Buch Tobit (12, 15) für die sieben Engel auf, die das Gebet der Heiligen emportragen und vor die Majestät des heiligen Gottes treten, so auch Johannes für die Sieben Engel der Apokalypse.
Sieben Männer wählten die Apostel für die Diakonia, den Dienst an den Tischen (Apg 6,1 - 8,1a). Diese "Sieben" hat wahrscheinlich ihr Zahlenvorbild in den "Sieben einer Stadt", den sieben Hirten (Vorstehern) des jüdischen Ortsvorstands. Darauf geht die Zahl der späteren sieben Erzengel zurück.

Noch die Synode von Laodicea (zweite Hälfte des 4. Jhdts.) erkennt nur die drei namentlich in der Bibel genannten Engel —Michael, Gabriel und Raphael — an; aber der Kult anderer, nichtkanonischer Engel bestand trotz katholischer Widerstände weiter.
Die Synode von Rom unter Papst Zacharias (745) verurteilte ein Gebet,welches die sieben Erzengel anrief: "Ich flehe und bete zu euch, Engel Uriel, Engel Tubuel, Engel Michael, Engel Inias, Engel Adin, Engel Saboak, Engel Simiel"und damit die Namen Uriel, Raguel und Tubuel erwähnte. Unter der Führung des Papstes Zacharias wurde damit festgelegt,  dass lediglich die biblisch bezeugten Erzengel Raphael, Michael und Gabriel als Erzengel verehrt werden dürften, nicht aber der nur apokryph bezeugte Uriel.
Es verwundert allerdings eine Handschirft aus dem 9. Jahrhundert der Kölner Dombibliothek, welche in einem Kurzgebet die sieben Erzengel unter folgenden Namen aufführt: Gabriel, Michael, Uriel, Raphael, Raguel, Barachael und Pantasaron.

Vor allem die Tetrade Michael, Gabriel, Uriel und Raphael, die am Thron Gottes Stehenden, und weitere nichtkanonisierte Engelfürsten findet man in den jüdischen Apokryphen

Im außerbiblischen Buch Henoch werden die höchsten Engelfürsten genannt: "Da blickten Michael, Uriel, Raphael  und Gabriel, vom Himmel herab und sahen das viele Blut, welches auf Erden vergossen wurde und alle das Unrecht, das auf Erden geschah. Sie sprachen  zueinander: Von der Stimme ihres Geschrei und der Menschen … Da sprachen die Erzengel  zum Herrn: Du bist der Herr der Herren, der ... (Henoch 8,1 -4)
Das sind die Nemen der heiligen Engel, welche wachen: Uriel ist einer der heiligen Engel, nämlich der über das Engelheer-Heer und den Tartarus gesetzte Engel. Raphael heißt ein zweiter der heiligen Engel, der über die Geister der Menschen gesetz ist. Raguel heißt ein dritter der heiligen Engel, der Rache übt an der Welt der Lichter; Michael heißt ein vierter der heiligen Engel, der Rache über den besten Teil der Menschen gesetzt ist, über das Volk Israel. Sariel heißt ein fünfter der heiligen Engel, der über Geister, die gegen den Geist sündigen, gesetzt ist. Gabriel heißt ein sechster der heiligen Engel, der über das Paradies, die Schlangen und die Kerub gesetzt ist. (Henoch 19,1-7)
Daruf fragte ich den Engel des Freidens, der mit mir ging und mir alles Verborgene zeigte, und ich sagte zu ihm: Wer sind diese vier Gesichter, die ich gesehen, deren Worte ich gehört und aufgeschreiben habe? Dasagte er zu mir: Der erste da ist der barmehrzige und langmütige Michael, der zweite, der über alle Kranheiten und über alle Wunden  der Menschenkinder gesetztist, ist, ist Raphael. Der dritte, der allen Kräften vorsteht, ist Gabriel. Und der vierte, der über die Buße und die Hoffnung drer gestzt ist, die das ewige Leben ererben, heißt Phanuel. Das sind die vier Engel des Herrn der Geister, und die vier Stimmen habe ich in jenen Tagen gehört" (Henoch 32,8-10) [Aus den Buch: Erich Weidinger,  Die Apogryphen. Verborgene Bücher der Bibel.Pattloch 1990, SS 304 und 311 und 318].
In Henoch 19,1-7 kommen sieben Erzengel vor, wie im Buch Tobit: "Ich bin Rafael, einer von den sieben heiligen Engeln, die das Gebet der Heiligen emportragen und mit ihm vor die Majestät des heiligen Gottes treten" (Tob 12,15). Mit Namen sind genannt die 7 Engel ganant: Uriel, Raphael, Raguel, Michael, Sariel, Gabriel und Phanuel.
Uriel soll sein der Engel des Lichtes (ignis aut lux Dei) und findet sich im 4. Buche Esra 2,1 genannt: "Da antwortete mir der Engel, der zu mir gesandt war, mit Namen Uriel" und in 7,28 und in 8,28; in  2, 36 ist der Engel Jeremiel genannt;in 3, 15 ist der Egel als Fürst des Volkes Phaltiel genannt, und in 12, 2 wird der Engel Phanuel genannt; und in 12,11f der Engel Michael.  somit sind im 4 Buch Esra fünf Engel mit Namen gannt: Uriel, Jeremiel, Pahltiel, Phanuel und Michael. [Aus den Buch: Erich Weidinger,  Die Apogryphen. Verborgene Bücher der Bibel.Pattloch 1990, SS 261 und 263 und 264 und 283 und 294 und 300]

In dem apokryphen Buche "Gebet Josephs" hält Jakob eine Unterredung mit Raphael und Uriel.
Der heil. Ambrosius kennt ebenfalls Uriel als guten Engel: "Nicht stirbt Gabriel, nicht stirbt Raphael, nicht stirbt Uriel" (III. 3. de fide).

Die morgenländische Kirche verehrt Uriel ebenfalls als heiligen Engel, wie aus ihren Liturgien und Gebetbüchern hervorgeht. Das koptische Eulogium sagt: "Wir verehren Uriel, als vierten unter den Engeln."
Uriel findet sich in vielen alten Litaneien (vgl. Mabillon Tom. II. Analect. p. 682).

Im Jahr 1544 fand man im Vatikan bei der Eröffnung des Grabes der Gemahlin des Kaisers Honorius eine goldene Platte mit den Namen: Michael, Gabriel, Raphael, Uriel. (Surius in com. rerum in orbe gestarum).

Im Domschatze zu Hildesheim (Hannover) ist ein altes sog. jerusalemisches Kreuz, auf dessen vier Enden die vier Erzengel Uriel und Raphael (oben und unten), Michael und Gabriel (links und rechts) stehen. Uriel hält in der linken Hand die Weltkugel mit dem Kreuze, in der rechten einen Schwamm. Der Name Uriel kam im Mittelalter auch vielfach als Vorname vor. So führte ihn der Bischof zu Mainz, Uriel von Gemmingen († 1514) und der bekannte Uriel Acosta (W.-W. XII., 10).

Engel mit Namen  findet man auch im Talmud: Metatron (Mittaron neben dem Thron, der Engel der feurigen Säule nach Ex 13,21 und 14,19ff., der die Juden führte), Piel (= "Gott zeichnet aus", der Lehrer Jakobs, der mit ihm kämpfte), Remiel, Sariel, Anael (Ananyal, Raguel, Raziel (Radziel = "Geheimnisse Gottes", vertrieb Adam aus dem Paradies), Fanuel und Sadakyal (Sedekiel oder Zadkiel "göttliche Gerechtigkeit"). Solche Namen listet u. a. die Handschrift "Speculum humanae salvationis" auf.

Insbesondere die christlichen kleinasiatisch-kappadokischen Denkmäler führen die Namen anderer Erzengel: Misrael (in Carikli Kilise), Phiogotheel (Elmali Kilise und Karanlik Kilise) und Sychael (Karanlik Kilise, ein Erzengel, der in Anliegen von Fieberkrankheiten angerufen wurde). Ein Amethyst-Siegel überliefert nur die sechs Namen: Raphael, Renel, Uriel, Michael, Gabriel und Azael. Auf einer Gabriel-Ikone aus dem 16. Jahrhundert in der Johannes-Lampadistes-Kirche in Zypern sind sechs Erzengel dargestellt: Gabriel, Sychael, Goael, Uriel, Raphael und Phloriel.

Augustinus warnte die Engelbeschwörer der Engel mit nicht bliblischen Namen, dass sie in Gefahr seien, statt dessen Dämonen heraufzubeschwören. Gegen solche und andere magisch-astrologische Vorstellungen in Verbindung mit Engeln hat sich u. a. Kosmas von Jerusalem gewandt, als er von den Lehren der Magier, des Zoroaster, Ostanes und Hystaspes sprach. Man darf eine gewisse Abhängigkeit der Darstellung der sieben Erzengel von solchen Vorstellungen in der Synaxis nicht übersehen, doch auf Ikonen sind sie (noch) nicht nachgewiesen worden.
So ist es in sich logisch, dass russische Ikonen bis ins 18. Jahrhundert hinein nur die Namen von vier Erzengeln — Michael, Gabriel, selten Raphael und noch seltener Uriel — wiedergeben.
Der Erzengelkult war zunächst im ost-kirchlichen Raum verbreitet und erstreckte sich somit auf vier Erzengel: Michael (insbesondere in Konstantinopel), Gabriel, Raphael und Uriel.
Auf den Mosaiken von S. Maria Maggiore in Rom (4./5. Jhdt.), S. Apollinare Nuovo in Ravenna (520-530) und auf den byzantinischen Mosaiken aus normannischer Zeit (12. Jhdt.) auf Sizilien (Apsis im Dom von Monreale; Vierung der Martorana-Kirche in Palermo) wie auf dem Kuppelfresko in der Verklärungskirche in Nowgorod (1378) erscheinen, in ewiger Anbetung begriffen, eben diese vier namentlich bezeichneten Erzengel. Eine apokryphe Vita Johannes des Täufers erzählt, dass Christus Zacharias, den Vater des Johannes, erweckt habe, um ihn zusammen mit Johannes zu taufen. Die vier Erzengel hätten Zacharias dann vor dem Jerusalemer Altar begraben.

Der Häretiker Adalbert zur Zeit des heil. Bonifatius verbreitete ein von ihm verfasstes Gebet, in welchem er acht Engel anrief: Uriel, Raguel, Tubuel, Michael, Inias, Tubuas, Sabaol, Simiel. Dies war Rom unangenehm, und es verwarf die nicht biblischen Namen in der römische Synode vom Jahr 745 unter Papst Zacharias. (Hefele, Conc.-Gesch. B. III.)

In der jüdischen Kabbala (12.-17. Jhd.), die durch und durch mystisch und okkult ist, werden den sieben Hauptengeln bestimmte Wochentage, Farben und Planeten zugewiesen: Michael — Sonntag, Sonne und Goldgelb; Gabriel — Montag, Mond und Silbergrau; Samael — Dienstag, Mars und Rot; Raphael — Mittwoch, Merkur, das Spektrum; Sedekiel — Donnerstag, Jupiter und Blau; Anael bzw. Barakiel — Freitag, Venus und Grün, Lichtrosa und Lichtblau; Sabbataios/Schepteel — Samstag, Saturn und Schwarz.
Insbesondere die Kabbalisten versuchten, durch die geheime Kunst der Gematrie die Namen der diversen Engel herauszufinden. Man kam durch Vertauschung und spekulative Deutung der Buchstaben-Zahlenwerte bestimmter Wörter im Buch Exodus 14, 19-21) auf 72 (!) Namen der Engel, die in der "weißen Magie" (Theurgie) als Vermittler angerufen wurden. Darunter nannten sie auch sieben Erzengel mit folgenden Namen: Chamuel, Haniel, Jophiel, Raguel, Ramiel, Sariel, Zadkiel.

Für die Namen der Sieben Erzengel in den christlichen Kirchen ab der Neuzeit (Michael, Gabriel, Raphael, Uriel, Jehudiel, Barachiel und Salathiel/Sealtiel) spielte eine große Rolle die Vision des seligen Amadeus Ménes de Silva (1420-1482), Beichtvater von Papst Sixtus IV. Als man 1516 ein altes Fresko mit sieben Erzengeln in der Kirche "Sette Angeli" in Palermo entdeckte, breitete sich der Kult der Sieben Erzengel über Italien hinaus aus.
an einer Hauswand in Palermo  Das Gemälde der sieben Erzengel im Dom von Palermo
Die Malerei in Palermo, der J. Durand 1886 eine Studie widmete, ist nur schriftlich überliefert. Bekannt sind aber Namen und Attribute der Erzengel. Diese wurden nach dem Befund von Palermo im Westen im 16. Jahrhundert neu geordnet, denn der sizilianische Priester Antonio Lo Duca hatte bei Papst Pius IV. die Errichtung der Kirche Santa Maria degli Angeli in Rom (1560-1566) durchgesetzt, obwohl noch unter Pius IV. die Namen der Sieben Erzengel auf dem Bild der Maria wieder getilgt wurden.

  Ihre Aufgabenbeschreibung ist heute noch erhalten:
Michael ist bereit, um die Seelen in Empfang zu nehmen;
Raphael ist Begleiter der Wanderer und sagt zu: ich heile die Kranken;
Jehudiel verspricht denen, die Gott loben, verleihe ich den Lohn;
Sealthiel zitiert aus dem Dies irae: "Gebeugt flehe ich zu dir!";
Barachiel fleht: "Helfer, verlass uns nicht!";
Uriel zeigt an, wie die Liebe flammt in Feuerglut;
Gabriel verkündigt: "Der Heilige Geist wird über dich kommen".

Die 7 Erzengel von Santa  Maria degli Angeli in Rom, 1543

Katholische Theologen bestanden weiter auf der Siebenzahl. In den folgenden Jahrhunderten folgte auch die Ostkirche (nur in Russland und danach in Serbien) mit diesen Sieben und einem achten Erzengel (Jeremiel) nach, zuerst (?) in der Kuppelausmalung der 1754 erbauten Andreas-Kirche in Kiev. Die russische orthodoxe Kirche (auch die russischen Altgläubigen) erkennt somit acht Erzengel an: Michael, Gabriel, Raphael, Uriel, Salathiel, Jehudiel (kirchenslavisch: Jegudiel), Barachiel und Jeremiel.

Erst die  Ikonen jüngerer Zeit [18. Jhd aufwärts] aus dem Südwesten Russlands (Ukraine, Weißrussland) weisen die Namen aller sieben bzw. acht Erzengel auf. Im 17. Jahrhunde waren ja die Grenzen zwischen Orthodox und der Union mit Rom im kleinrussischen Raum in Bewegung geraten. Polen und die römisch-katholisch beeinflussten Kiever Theologen sowie niederländische Stiche waren die Vermittler.
Die Ikonographie, insbesondere szenische Darstellungen zahlreicher Wunder der Erzengel, wurde entscheidend beeinflusst von den byzantinischen Monatsbüchern (Menäen) des griechischen Stundengebets (ähnlich unseren westlichen Lesehorebüchern; Ende 8. Jhd.), die später Simeon Metaphrastes (+ 940) und andere byzantinische Schriftsteller ergänzt haben. Eine große Rolle im Engelkult spielten andere ältere Schriften, aber auch neuere Kompilationen wie "Wunder und Lobpreis des Erzengel Michael" (eine griechische Handschrift aus dem 12. Jhd. im Historischen Museum Moskau) des byzantinischen Diakon und Schriftstellers Panteleonos und der  "Kodex Damaskinos" von Damaskino (Ende 16. Jhd.). Erste Übersetzungen der Monatsbücher ins Kirchensklavische hatten bereits die Sklavenapostel Kyrill und Methodius im  9. Jhd. geliefert. Für die russische Ikonenmalerei war von großer Bedeutung , dass Erzbischof Gennadij 1499 die noch nicht ins Kirchenslavische übersetzten Bücher des Alten Testaments (u.a. 1, 2 und 3 Esra, Tobit) übersetzte, und dass etwa später der russische Metropolit Makarij seine berühmten "Großen Lesemenäen" edierte. Der letzte Band der Makarij-Menäen wurde 1552 fertiggestellt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass unter den Erzengeln das Paar Michael und Gabriel eine herausragende Stellung inne hat. An zweiter Stelle folgt Gabriel (allein) und mit großem Abstand auch Uriel. Das gilt sowohl für die byzantinisch- wie für dien russisch-orthodoxe Kirche.
Nach der Mitte des 18. Jahrhunderts haben Moskauer Theologen zwar weitere drei Erzengel, die von Rom und Kiev propagiert wurden, anerkannt und sogar einen vierten (Jeremiel) hinzugefügt, wodurch sich die Zahl acht ergab. Dennoch wurden nicht acht, sondern sieben Erzengel auf Ikonen gemalt — außer in "Kleinrussland", d.h. in der Ukraine und Weißrussland.

Im Westen kammen durch die Rombesucher die Kenntnise über die Sieben Erzengel ab dem 17. Jahrhundert nach Deutschland.
Ein im Jahr 1707 erschienenes Buch über die Erzengel festigte die Ikonographie, die Attribute bei den Sieben Erzengeln.
                                       
                                                                Großes Bild des Erzengelbuches
 

In den Ostkirchen werden die Engel in wesentlich mehr Textstellen im Gebet während des liturgischen Jahres erwähnt und mit viel mehr Festtagen ihrer zu Ehren gefeiert als in der Westkirche. Auch werden die Engel viel mehr in Bildern verehrt. Die Ostkirche kennt  in ihren Bildern bis zu acht  Erzengel. Die Namen der sieben  Erzengel sind: Michael, Gabriel, Raphael, Uriel, Jehudiel, Barachiel und Salathiel. Als 8. Erzengel Jeremiel.

In deutschsprachign Ländern gibt es vereinzelt Kirchen, in denen die 7 Erzengel dargestellt sind. So sind in der Kirche von Mettenheim bei Mühldorf (Bayern), in der Kirche von Mattsies, in der Kirche von Weilheim und in der Martinskirche von Pfaffenhofen an der Roth die sieben Erzengel mit Name und Attribut dargestellt.
In den Kirchen von  Kempten, Ottobeuern, der Wies, von Wilten, von Scheyern, und von Birkenstein  und der Ursulinenkirche in Linz an der Donau sind die Sieben Erzengel nur mit Attribut gezeichnet
und in der Unterkirche von Ötz im Ötztal in Tirol, der Kapelle St. Michael, sind nur namentlich gekennzeichnet
Innerhalb der Neun Chöre der Engel sind die 7 Erzengel nur mit Atrributen gemalt in der Michaelskirche zu Steyr in Oberösterreich und in der Grabanlage des Hl. Grabes zu Ostern in Fischbachau,
und in der norddeutschen Stadt Münster in der ev. Johanneskapelle sind sie ohne Attribut und ohne Name dem Betrachter dargeboten.

Ebenso wurden vereinzelt Gebetsbildchen zu Ehren der 7 Erzengel heraus gegeben. So ein Bildchen Anfang des letzen Jahrhunderts von Carl Poellath, Schrobenhausen.


 Alle Erzengel aufgelistet mit Attributen

Auch wurden in der spanisch-sprechenden Welt die Sieben Erzengel verbreitet:

Ebenso gibt es neuere Ikonen der Östlichen Kirchen.

So in der Maria-Himmelfahrt-Kirche von Weilheim, gemalt mit Namen und Attribut im Jahr 1627:
Die  7 Erzengel in Weilheim
 

So in der Unterkirche der Pfarrkirche St. Georg und Nikolaus von Ötz im Ötztal in Tirol.
Diese Unterkirche der Ötzer Pfarrkirche  wird als Michaelskapelle bezeichnet.
In dieser Kapelle steht der frühbarocke Michaelsaltar. Er wurde im Jahr 1683 mit Rokoko überarbeitet.
In dieser späteren Zeit kamen auch die sechs weiteren Erzengel dazu, ursprünglich mit Namen und mit Attributen.
Heute tragen die sechs dazugestellten Erzengel nur das Namensschild, aber in den Händen keine Attribute mehr.

In Grüssau in Schlesien (Niederschlesien), heute Krzeszów in Polen baute 1690 bis 1696
das Zisterzienserkloster die Pfarrkirche St. Josef neben ihrem Kloster hin.
In dieser Pfarrkirche sind in der Apsis im Deckengewölbe die 7 Erzengel ohne westliche Namen und ohne Attributen gemalt.

"Apsidengewölbe: Die himmlische Glorie. Vor der in strahlendem Lichte thronenden Dreifaltigkeit
schweben die sieben Erzengel in seligem Reigenspiel,
in ihrer Mitte Michael, der den Höllendrachen stürzt.
Mehr gegen den Triumphbogen zu tragen Uriel, Kadmiel, Tsephoniel und Daroniel
als Schutzgeister der vier Weltgegenden die Gebete des Erdkreises zu Gott empor."

Text und Bild aus http://abtei-gruessau.eu/st-josefskirche.html


1707 erschien das Buch der 7 Erzengel

Und in der Dorfkirche zu Mattsies (Gemeinde Tusssenhausen im Landkreis Unterallgäu)
an der Emporenbrüstung  mit Namen und Attribut um 1700 gemalt worden.
Bilder der 7 Erzengel in Mattsies

                                         Siehe http://www.mattsies.info/index.php/kirche-mattsies/kirche-gebaeude-bauten/innenraum-kirche/36-kirche-ausstattung/empore

Der Maler Johann Jakob Kuen dekorierte die Martinskirche in Pfaffenhofen an der Roth bei Neu-Ulm.
Im Deckengemälde des ehemaligen Presbyteriums malte er 1728  die 7 Erzengel mit Namen und mit Attributen..
Es ist das Vorbild für das Gebetsbild von Schrobenhausen.
Siehe die7  Erzengel genau.

 

Der Maler Martino Altomonte hat 1740 in der Ursulinenkirche in Linz in Österreich,
(die dem hl. Michael geweiht ist, und die soviele Engelsgestalten (nicht Puten) an Altären und Kanzel hat,
dass sie auch als Engelskirche bezeichnet werden könnte,)
im Hochaltarbild den hl. Michael mit den weiteren 6 Erzengel gemalt.
Es sind die 7 Erzengel wie in Pfaffenhofen an der Roth,zwar  ohne Namen, aber mit den gleichen Attributen.

In der Wallfahrtskirche zum Gegeißelten Heiland in der Wies (Wieskirche) hat im Deckenfresco
Johann Baptist Zimmermann um 1750 die 7 Erzengel auf einer Wolke unter dem Regenbogen, auf dessen Zenit Christus sitzt, gemalt.
Die 7 Erzengel haben keinen Namen, aber zeigen sich durch die Attribute kenntlich.
Die 7 Erzengel  in der Wieskirche

In der Wiltener Marienbasilika der Lieben Frau unter den vier Säulen  hat im östlichen Langhausfresko der Augsburger Maler Matthias Günther (1705-1788)
sehr verdeckt die sieben Erzengel gemalt.
Die sieben Erzengel in der Wiltener Marienbasilika

In der Klosterkirche von Ottobeuren in der Kuppel innerhalb des Freskos Engelhimmel,
wurden 1755-1758 von den Brüdern Franz Anton Zeiller und J.J.Zeiler die 7 Erzengel zwar  ohne Namen, aber mit den Attributen gemalt.
Bilder 7 Erzengel von Ottobeuren

In der Marienwallfahrtskirche von Birkenstein bei Fischbachau, errichtet mit Innenaustattung 1761- 1769,
wurden die 7 Erzengel vor Maria in anbetender Haltung hingestellt , mit den Attrributen, aber ohne Namen.
Bild der 7 Erzengel in Birkenstein.

In der Klosterkirche des Benediktinerklosters Scheyern wurde 1711 ein Engelaltar aufgestellt:
Auf dem Altar umschweben die 7 Erzengel  die Dreifaltigkeit,
und darunter stehen die Neun Chöre der Engel, ebenfalls 7 Gestalten in den 7 Erzengeln dargestellt,
jeweils mit den Attributen, aber ohne Namen.
Die 7 Erzengel vom Engelaltar in Scheyern und die Neun Engel von den Chören der Engel.


Sie sind auch  in der St. Lorenzkirche zu Kempten gemalt ohne Namen, aber mit den Attributen, in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts.
 

In größter Form sind sie zu sehen in der Michaelskirche zu Mettenheim aus der Zeit des 18 Jahrhunderts:
Hier sind folgende Erzengel mit Namenschild und Attribut dargestellt:
Michael, Raphael, Uriel, Jehudiel, Barachiel, Sealtiel und der Schutzengel Namens Abdiel,
und ohne Namenschild Gabriel in der Verkündigung an Maria.
Mettenheims Engel in der Kirche

[Bilder der Erzengel von Mettenheim kann man mit Text sehen sehen in Scharz-Weiß auf Seite http://br-thomas-apostolat.de/heiligen/Erzengel.htm]
Das Gebet zu den Sieben Erzengeln gibt es in der Mettenheimer Kirche zu kaufen.

Maria Anna Katharina Gürtler malte für die Jesuitenkirche St. Michael in Steyr in Oberösterreich 1769 ein Bild von den Neun Chören der Hl. Engel.
In disem Bild verwendete sie die Hl. 7 Erzengel, denn man glaubte zu dieser Zeit, dass die 7 Erzengel 7 Chöre der neun Chöre der Engel anführten.
Bild mit Beschriftung der 7 Erzengel von Steyr

Der Kirchenmaler Beham von Bad Aibling malteim Aufrag der Mönche des Prioratskloster von Fischbachau 1786
 
für das Hl. Grab in Fischbachau die Neuen Chöre der Heiligen Engel.
Darin sieht man sofort, dass die 7 Erzengel gemalt sind.
Die 7 Erzegel im Hl. Grab von Fischbachau

Im 18 Jahrhundert wurden in Russland im Kargopoler Bezirk des Archangelsker Gebietes.
Dort zeigt Sagen.at eine Holzkirche mit einer Zwischendecke mit den 7 Erzrengeln in byzentinischer Form, 17. /18. Jahrhundert. 

Bild von der Seite : http://www.sagen.at/doku/oksana/kargopol_2_2.html

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde in Süden von Westengland inWales, genau in Clydach, Swansea SA6 5NS, United Kingdom
die katholische Kirche gebaut
und darin finden sich in der Nordseite 6 der Sieben Erzengel mit Namen: es fehlt nur Sealtiel.

Bild von der Seite http://stainedglass.llgc.org.uk/object/3909

Ebenso wurden vereinzelt Gebetsbildchen zu Ehren der 7 Erzengel heraus gegeben.
So ein Bildchen Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts von Carl Poellath zu den hl.7  Erzengeln mit Namen im Nimbus und Attribut,
Gebetsbildchen aus Schrobenhausen.

Im Jahr 1952 fertigte Christoph Hüffner ein Glasfenster mit den 7 Erzengel (drei mit Namen [Gabriel, Michael und Raphael] und vier ohne Namen)
in Münster in der evangelischen  Johanneskapelle an.

Bild von der Seite http://www.glasmalerei-ev.de/pages/b4498/b4498.shtml

In der Zeitschrift "Erneuerung in Christus, Salvator Mundi", Nr. 5/2001 Sept/Okt, 10. Jahrgang, Erscheinungsort Gaming,
wurde ein jüngeres westliches Bild von den 7 Erzengeln mit dem Titel: "Maria, Mutter der Kirche" veröffentlicht.
Hier sind sie ohne Namen, aber mit Wortbändern dargestellt.

Neueres Werk ist in Nordamerika:  Der Maler Michael Kapeluck, geb 1963, Gläubiger der ukrainischen othodoxen Glaubensgemeinschaft
 hat in der St Thomas Orthodox Chapel, All Saints Camp in Emlenton, PA
die 7 Erzengel mit einem 8. Erzengel in byzantinischer Form auf die zeltartige Decke der Kirche gemalt.

Ebenso hat er sie in seinem Heimatort in der Kirche St.Peter und Paul Ukrainian Orthdox Church in Carnegie, PA gemalt.
http://www.archangelicons.com/iconographer.html
 

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als Erzengel

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Anführer der himml. Engelscharen

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Das Wunder  zu Chonae

Der hebräische Name Michael bedeutet »Wer ist wie Gott?« Der Erzengel Michael ist einer der sieben Erzengel im Judentum, Christentum und Islam. Im Talmud wird das Verhältnis Michaels zu den anderen Engeln mit dem Verhältnis verglichen, das der irdische Hohepriester zu Israel hat. Den Juden gilt er als »der Engel aus dem Süden«. Im AT ist Michael der wichtigste der Engel, ihr Anführer (Buch Jesus Navin 5,13-15; Dan 10,13 und 21; 12,1). Deswegen wird ihm in der Regel die bevorzugte Stelle zur Rechten Christi zugewiesen. In der biblischen und griechischen Tischordnung lag der besonders zu Ehrende zur Rechten des Gastgebers: »So spricht der Herr zu meinem Herrn: Setze dich mir zur Rechten« (Ps 110,1). Er ist der Schutzengel des Volkes Israel und der Stadt Jerusalem, der Fürsprecher des Alten und Neuen Bundes. »Michael erhielt als seinen Anteil das Judenvolk« (Johannes Chrysostomos) .

Michael kommt noch in der Apokalypse des Johannes (12,7f.) und im Brief des Judas (9) vor. Nach dem apokryphen Buch Henoch besiegte Michael, der Fürst des Vierten Himmels, als Anführer der Himmlischen Heerscharen den aufständischen Erzengel Luzifer und sein Heer und warf sie in die Hölle. »Der heilige Erzengel Michael hat auf Befehl Gottes den gefallenen Geist in die Hölle gestoßen.« So lautet die Beischrift auf einer südrussischen Ikone der Zeit um 1800. In seiner Hand hält der Satanbezwinger den Lichtglobus mit einem Kryptogramm, das aus den zehn Anfangsbuchstaben des Trishagios-Hymnus besteht.

Mehrere Kirchenväter beziehen sich auf Daniel 10,13, wo er als ,,archontes" (Herrscher), »einer der obersten Fürsten« und in 12,1 als »Großfürst, den Söhnen seines Volkes beistehend« bezeichnet wird. Erst im NT (Brief des Judas 9) wird er »Erzengel« genannt. Es ist die einzige Stelle im NT, wo das Wort überhaupt vorkommt. Von frühchristlicher Zeit an werden Michael und Gabriel wahlweise Christus und der Gottesmutter, die insbesondere in der katholischen Kirche als »Regina angelorum« gefeiert wird, oder auch beiden zugeordnet.

Aufgrund seiner biblisch bezeugten Erscheinungen, aber auch wegen seiner ungewöhnlichen Schutzrolle nimmt der heilige Erzengel Michael in der christlichen Theologie und Frömmigkeit schon seit dem 4. Jahrhundert eine außerordentliche Stellung ein. In der nachapostolischen Zeit gilt Michael als Bote und Beschützer par excellence. Er vertraut die Gebete der Christen dem himmlischen Vater an und begleitet die Seelen der Verstorbenen ins Paradies, wie er überhaupt mit dem Totenkult in Verbindung gebracht wird. Nach Gregor von Tours übergibt Jesus Christus die Seele seiner verstorbenen Mutter dem Erzengel Michael, der am Tage des Jüngsten Gerichts als »praepositus paradisi« dient.

Ein apokrypher Text der häretischen Bogomilen, der zur »Liste der göttlichen Bücher« gehört, ist die Legende vom See Tiberias, die uns zumindest in russischen Varianten aus dem 15./16. Jahrhundert überliefert ist. Als weder Himmel noch Erde existierten, sondern nur der See Tiberias, flog Gott durch die Lüfte (wahrscheinlich in Form eines Engels). Da sah er einen Vogel im See schwimmen. Das war Satanael. Gott fragt ihn, wer er sei. »Ich bin Gott«, sagt Satanael schlicht. »Und wie nennst du mich dann?«, fragt Gott etwas ungehalten. — »Du bist der Gott der Götter und der Herrscher aller Herrscher«, antwortet ihm Satanael. Diese Antwort muss Gott so imponiert haben, dass er den Satan auf den Meeresgrund hinuntertauchen ließ und ihn zum Herrn der Engel ernannte. Später aber, als Satanael seinen Thron über die Wolken erheben wollte, befahl Gott dem Erzengel Michael, ihn hinabzustürzen.

In der breiten und würdigen biblischen Überlieferung hilft Michael zur Zeit der Syrerkriege (701 v. Chr.) den Bedrängten in Jerusalem (vgl. Dan 10,13; 12,1). Als Held bewährt er sich im Kampf gegen den Teufel, als dieser den Leib Moses an sich zu reißen versucht (Jud 9). Der Evangelist Johannes beschreibt die Himmelsschlacht, in der Michael und die anderen Engel gegen den Satan bzw. den Drachen und seine Engel kämpfen und der Frau der Offenbarung ihren Schutz gewähren (Offb 12,7-12). Er stürzt den Drachen (Offb 20,2-3) und vernichtet als Anführer der himmlischen Scharen den Antichrist (Kommentare zur Apokalypse). Michael wird daher auf Ikonen meistens als der den Luzifer stürzende Kämpfer, Drachentöter (unter etwa 50 Heiligen, die als solche gelten), als Anführer der himmlischen Scharen (griech.: »Archistrátegos dynameiön Kyriou«) dargestellt. Er ist der eigentliche ritterliche Held und Krieger unter den Erzengeln. Entsprechend zahllos sind die Ikonen zum Thema. Ausgerüstet mit mächtigen Flügeln, gekleidet nach römischem Kriegervorbild, zieht er das Schwert aus der Scheide. Eine besondere Aufgabe erfüllt er auch beim Jüngsten Gericht, als Anführer des Engelszugs in den Hades, wo er den Teufel tötet. Byzantinische Elfenbeintafeln (5. Jhd.) zeigen ihn als Herold, gemalte Ikonen als Priester am Opferaltar, den die Orthodoxen als Thron Christi bezeichnen. Am häufigsten aber, als Deesis-Engel, flankiert er zusammen mit Gabriel den thronenden Christus Pantokrator oder den präexistenten Christus Emmanuel. Letzteres Thema schreibt auch das Malerbuch Henneneia für die Ausmalung des inneren Kirchenportals vor.

Michaels Heiligtümer sind in Rom, an der Via Salaria beim Vorgebirge Hostia, und in Konstantinopel bereits im 4. Jahrhundert belegt. In Byzanz war Michael der besondere Beschützer und Patron der Kaiser. Bereits Kaiser Konstantin hatte in einem Vorort von Konstantinopel eine Erzengelkirche bauen lassen, die man später Michaelion nannte, und auch in Alexandria baute man eine Michaelskirche über einen früheren Kleopatratempel. Kaiser Justinian 1. (527-565) hat in Konstantinopel, wie Prokopios berichtet, sechs Michaelskirchen bauen lassen. Im Mittelalter gab es in der byzantinischen Reichshauptstadt nicht weniger als 15 Michaelspatrozinien. Durch sein Einschreiten soll Konstantinopel zweimal gerettet worden sein: 626 vor den Avaren und 676 vor den Arabern (vgl. die Szene auf den Bronzetüren von Monte Gargano, Konstantinopel, 1076).

Im 9. Jahrhundert, unter Kaiser Basilios dem Makedonier, nahm sein Kult weiter zu. Auf dem ersten Paar der zwölf kaiserlichen Fahnen war nach Kodimus (De officiis 6) der Erzengel Michael dargestellt. Das berühmte Mosaik über der Kaisertür der Hagia Sophia in Konstantinopel (wohl 907) zeigt ihn halbfigurig in einem Medaillon als Patron der byzantinischen Kaiser-Krieger. Dieses und ein zweites Muttergottes-Medaillon flankieren den thronenden Christus, vor dem Kaiser Leo VI. kniet. Im Heroon, der Michaelskapelle der kaiserlichen Grabeskirche des Pantokratorklosters in Konstantinopel, befand sich die Proskynesis-Titelikone des »Unkörperlichen Erzengels gegenüber dem Erlöser«.

Die ägyptische Tafel des Erzengels Michael aus dem 6. Jahrhundert im Pariser Cabinet des Médailles ist wohl die früheste uns überlieferte Porträtikone des Heiligen. Sie zeigt das Brustbild eines nimbierten bartlosen Jünglings mit Edelstein-Tänie im Haar, gekleidet in die antike Offiziersuniform mit bestickter Chlamys. Dieses Bild ist eine Ikone, die, wie Belting bemerkt hat, »die Traditionslinie vom Gedächtnisbild zum Heiligenporträt überschritten hat. Die Bildgegner, besonders die Juden, haben diese Inkonsequenz den Christen zum Vorwurf gemacht: Sie wurden mit dem Argument beschieden, Gott habe den Engeln eine physische Erscheinungsgestalt verliehen, um sie den Menschen sichtbar zu machen. Darstellbar ist also jede durch Offenbarung bezeugte Gestalt des christlichen Kosmos.«

Öfter in der Monumentalmalerei als auf Ikonen kommen Michael-Zyklen vor. Die Hermeneia schreibt 16 Szenen aus seiner Vita vor, zwölf biblische und vier aus späteren Legenden. Freilich fehlen sie in den wichtigsten Kultstätten des Erzengels: in der Kapelle der Nea-Kirche des Kaisers Basilios I. in Konstantinopel, wo wichtigste Reliquien aufbewahrt wurden (z. B. das Kreuz des Kaisers Konstantin und das Horn des Jesus Navin), und auch in Chonae. Man vermutet, dass Michael-Zyklen aus Konstantinopel hervorgegangen sind. Im Kircheninnern sind sie im Naos oder in Seitenkapellen zu finden. Die Erscheinung des Erzengels Jesus Navin vor Jericho, das Wunder in Chonae und die Synaxis sind drei populäre Szenen, die besonders in kretischen Erzengel-Zyklen im 14. -15. Jahrhundert vorkommen. Diese gehen auf die byzantinischen Monatsbücher des Stundegebetes (8. Jhd.), eine Schrift des Damaskinos und die Schrift »Wunder und Lobpreis des Erzengels Michael« des byzantinischen Schriftstellers Panteleonos zurück. Panteleonos beschreibt unter dem 6. September (Wunder in Chonae) und dem 8. November nicht weniger als 36 Wunder des Erzengels Michael, darunter die Errettung Konstantinopels vor den Sarazenen, Wunder im Athos-Kloster Dochiariou u.a.

Man suchte bei Michael Beistand im Krieg, im jenseitigen Leben und beim Jüngsten Gericht. Er wurde angerufen um gute Gesundheit. Michael gilt als Schutz-heiliger der Kranken, aber auch der Händler, der Soldaten und der Seeleute. In der russischen Ikonographie wird er uns vorgestellt in seiner Zuständigkeit für Landwirtschaft (Pferdezucht) und Handwerk.

Diesem kriegerischen Erzengel wurden auch in Russland sehr viele Kirchen geweiht. Die Goldmünze des Fürsten Vladimir Monomach (Ende 11. Jhd.) zeigt Michael in frontaler Haltung. Vor der siegreichen Schlacht über den Mongolenfeldherrn Mamaj auf dem Kulikovo-Feld im Jahre 1380 ging Großfürst Dmitrij Donskoj in die Kirche des »Himmlischen Führers und Archistrategen Michael, um sich vor seiner Ikone niederzuwerfen«, heißt es in der russischen Chronik.

Eine der schönsten russischen Monumentalikonen (236 cm hoch) ist die Michael-Vita-Ikone in der Erzengeiskathedrale des Moskauer Kreml. Die um 1399 im Umkreis Theophanes‘ des Griechen entstandene Patrozinium-Ikone stellt im Mittelfeld den Erzengel mit dem blanken Schwert dar. 18 Szenen umrahmen das zentrale Bild. Sie bilden den frühesten und vollständigsten Zyklus der »Taten« des Michael in der Ikonenmalerei: Dreifaltigkeit, Synaxis, Weissagung Hesekiels (Ezechiels), Daniel, Kampf um die Seele des Moses, Jakobsleiter, die drei Jünglinge im Feuerofen, Erscheinung vor Josua, die Befreiung des Petrus; Michael erscheint dem Mönch Pachomios im Gewand eines Büßermönchs; Jakobs Kampf mit dem Engel, Vernichtung von Sodom und Rettung Lots, der Sieg über das assyrische Heer des Königs Sanherib, Sintflut, David und Urija oder die Bestrafung Nebkadnezzars, David und Batseba, Sündenbekenntnis Davids und schließlich das Wunder in Chonae.

Michaels Attribute: Die häufigsten Darstellungen auf Ikonen sind jene als Heerführer, auf einer Wolke stehend, gekleidet in der Art eines römischen Kriegers mit kurzem Chiton, Schuppenhemd und roter Chlamys. Die Beine stecken in Stiefeln mit goldenen »Beinlingen«. Wahlweise trägt Michael Stab, Speer oder Lanze, Licht-Globus, Schwert (oft gezückt), zuweilen ein Flammenschwert. In der Szene des Jüngsten Gerichts posaunt Michael um Mitternacht, die Toten aufweckend. Bei der Darstellung der Passionsmadonna trägt er das wichtigste Passionswerkzeug Christi, das Kreuz (mit ihm erscheint er auch dem Kaiser Konstantin), während Speer und Schwamm dem Gabriel überlassen sind. Russische Ikonen zeigen ihn seit dem 17. Jahrhundert als bekrönten Fürsten unter dem kosmischen Regenbogen, die mächtigen Engelsflügel ausgebreitet, auf feurigem Pferd reitend, überladen mit Attributen: Speer, Lanze, Posaune und geschlossenem Evangeliar.

Die Festtage Michaels feiert die orthodoxe Kirche am 6. September und am 8. November; in der römisch-katholischen Kirche ist der »Michaelstag« seit 1970, zusammen mit dem Fest für Gabriel und Raphael, auf den 29. September festgelegt.

In Mettenheim bei Mühldorf, Oberbayern,   ist der Erzengel Michael Patron der Kirche. Er ist dreimal dargestellt: Im Altarbild, mit dem Flammenschwert und den Schild "Wer ist wie Gott?" den Satan in die Hölle stürzend; zwischen den Tafeln der gefallenen Soldaten im ersten Weltkrieg mit Falmmenschwert in der linken Hand und Waage in der rechten Hand haltend; und wie auf dem Altarbild als Teufelsbewinger in Figur dargestellt in der Taufkapelle.

Auf dem Schrobenhausener Gebetsbild Anfang letzten Jahrhunderts ist St. Michael als der himmlische Sieger in Ritterrüstung dargestellt, der den den Luzifer mit den Füßen tritt. In der linken Hand hält er die Palme, in der rechten Hnd die Siegesfahne.

Erzengel Michael — Anführer der himmlischen Engelscharen (Archistrategos)

»Michael, Anführer und Vorkämpfer und Fürst der Engel!« (Doxastikon zu den Aposticha) Der Frzengel Michael wird, wohl seit dem 6. Jahrhundert, auf Ikonen — nach Daniel 10,13, wo er mit dem Engel der Perser kämpft, nach der Apokalypse, der Hermeneia und vielen anderen Quellen — als Krieger, den Luzifer stürzender Kämpfer, Drachentöter und Archistrategos/Anführer der Himmlischen Scharen dargestellt.

Seit dem 17. Jahrhundert zeigen russische Ikonen, einem Thema aus der Offenbarung des Johannes folgend, den Erzengel Michael als bekrönten Engelfürsten, Kriegsherrn und Teufelsbezwinger. Gekleidet in Schuppenharnisch und roten Mantel, reitet Michael auf einem geflügelten feurigen Pferd. Zwischen seinen ausgestreckten Armen spannt sich der welt-umfassende Regenbogen, der Thron Gottes; aus seinem Mund ertönt die Posaune. Er hält in der Rechten das Evangelienbuch, schwenkt mit der Linken ein Weihrauchgefäß, und gleichzeitig bringt er es fertig, mit seinem Kreuzstab den gefallenen Engel Luzifer bzw. den Teufel zu treffen. Michael tritt also in voller Rüstung auf, und die Maler lassen hier ihre Phantasie spielen. Aber diese Phantasie hat einen sehr ernsthaften Hintergrund; denn unter diesem mächtigen apokalyptischen Reiter stürzen die brennenden weltlichen Gebäude in die Sintflut. Gottvater in einem Wolkensegment oder Christus Emmanuel hinter dem aufbereiteten Altar ergänzen die Hauptdarstellung, die meistens mit der kirchenslavischen Beischrift »Bild des heiligen Archistrategen Michael, Anführer der schrecklichen Mächte« bezeichnet wird. Bei akribisch gemalten Ikonen kann man im Hintergrund weitere erklärende Beischriften in Russisch-Kirchenslavisch finden, die, wie so oft, aus einer Synthese verschiedener Texte entstanden sind, in diesem Falle biblischer.

Das Wunder des Erzengels Michael zu Chonae

Diesen Festtag feiert die orthodoxe Kirche am 6. September, dem Festtag des heiligen Archippos. Patriarch Sisinnios von Konstantinopel (+ 427) soll die erste Legende vom Wunder des Erzengels zu Chonae verfasst haben. Die aus dem 9. Jahrhundert stammende Tradition, wie sie im Menologion vom 6. September überliefert ist, beschreibt ein Wunder in oder in der Nähe von Chonae, dem antiken Kolossai, unweit von Hierapolis und Laodicea, am Fluß Lykos. In der Einleitung finden auch die in Phrygien und Kleinasien wirkenden Apostel Philippus und Johannes Erwähnung, die von Hierapolis (dem heutigen Pamukkale) nach Chairetopa ziehen und die Erscheinung des Erzengels weissagen.

In Chairetopa/Chonae existierte — beinahe hundert Jahre, bevor der heilige Archippos im 4. Jahrhundert dorthin kam —ein bescheidenes Gotteshaus bei einer Heilquelle, die der Erzengel Michael hatte sprudeln lassen. Hier geschah eine Vielzahl von Heilwundern. So z.B. erhielt die taubstumme Tochter eines Laodiceers durch die Heilwirkung der Quelle ihre Sprache wieder. Auch während der 60 Jahre, die angeblich der Eremit Archippos über der Quelle wachend verbrachte, wird von Heilungen und Wundererscheinungen berichtet. (Einen Priester Archippos erwähnte schon der Apostel Paulus im Brief an die Kolosser: Kol 4,17.) Schließlich beschlossen die Heiden, den populären Heilskult auszulöschen. Sie wollten die heilende Quelle verunreinigen, indem sie die Wasser eines anderen Flusses darin einleiteten. Zuerst versuchten sie, den Fluss Chryses umzuleiten, doch das Wasser floss zu beiden Seiten an der heilenden Quelle vorbei. Nach diesem Misserfolg stauten 5000 (!) Heiden die beiden Gebirgsflüsse, den Lykokapros und den Kouphos, und erwarteten in ihrer gottlosen Einfältigkeit, dass die Heilquelle versieen würde. Als sich aber die beiden von den Gebirgen herabstürzenden Flüsse dem Heiligtum näherten, flehte Archippos in seiner Not zu Michael. Und nun fuhr der Erzengel »wie eine feurige Säule« unter Donnergetöse vom Himmel herab und spaltete mit seinem Stab einen riesigen Felsen von oben bis unten. Er ließ durch diese Kluft das gestaute Wasser abfließen, wobei die Wassermassen unterirdisch weitergeleitet werden, ohne der Kirche Schaden zuzufügen. Die Heiden aber wurden in die Tiefe gerissen. Michael segnete das Wasser und erklärte, dass in Zukunft jeder, der den Namen der Heiligen Dreifaltigkeit und den heiligen Michael, den Anführer der Himmlischen Heerscharen, anrufe, von all seinen Gebrechen geheilt werde.

Das Heilwasser brachte tatsächlich viele Kranke und Pilger von weither nach Chonae. Durch das Michaels-Wunder wurde Chonae zum Mittelpunkt des Erzengelskultes in Phrygien. Die Erzengel-Michael-Kirche war eines der größten und prächtigsten Gebäude der ganzen Region. Der Heilungsbrauch von Chonae ging offensichtlich, wie so oft, auf eine vorchristliche Kultstätte zurück. Der Kult um den Erz.engel Michael hat eine phrygische Gottheit, wahrscheinlich den Gott Men-Karoi, verdrängt. So wie die Bäder von Hierapolis oder die heißen Quellen von Laodicea hatte der phrygische Gott auch diese heilenden Wasser hervorsprudeln lassen. Mit der Christianisierung des Landes wurde die einheimische Tradition auf den Erzengel Michael übertragen.

Die kleinasiatischen Christen im Phrygien des 3. und 4. Jahrhunderts sahen also den Erzengel Michael nicht als Krieger. Sie verehrten vielmehr seine ärztliche Wundermacht. Hier in Phrygien, wo sich der Glaube an die Macht der Himmlischen Heerscharen bis in das apostolische Zeitalter zurückverfolgen lässt, war die Verehrung der Engel und des Erzengels Michael so weit verbreitet, dass schon der Apostel Paulus die Gemeinde zu Kolossai ausdrücklich vor jenen Leuten, die in ihren Visionen die Engelsmächte schauen (Kol 2,18), warnte. Und auch bei der Synode von Laodicea am Lykos (ca. 363) sahen sich die Kirchenväter gezwungen, die Engelverehrung der Phrygier als einen verdeckten Götzendienst zu verdammen. Der griechische Kirchenschriftsteller Theodoretos von Kyrrho bei Antiocheia erwähnte um 450 eine Michaels-Kapelle in Kolossai, also ca. 100 Jahre vor der Errichtung der großen Erzengel-Kirche. Wegen seiner ungeschützten Lage im Tal wurde Kolossai, wie auch Laodicea, ständig angegriffen. Schließlich zogen die Bewohner von Kolossai weg und ließen sich an den Hügeln des Kadmos-Berges nieder, wo Kaiser Justinian I. (6. Jhdt.) zu ihrem Schutz Befestigungsanlagen errichten ließ. Zur Zeit des 7. ökumenischen Konzils in Nikaia (787) nannte sich der Bichof der Stadt noch »von Kolossai«, obwohl er tatsächlich schon als Bischof von Chonae fungierte. Der Name Kolossai war also noch im 8. Jahrhundert bekannt. Um 860 wurde Chonae zum Frzbistum erhoben, so dass am Konzil von Konstantinopel 869 ein Erzbischof von Chonae teilnahm. An die Stelle von Kolossai war nun endgültig Chonae getreten.

Zwar existierte noch die große Michaels-Kirche von Kolossai im Lykos-Tal, aber für die nächsten 300 Jahre hieß sie »Hl. Michael von Chonae«. Einem Bericht von Niketas Choniates zufolge wurde die Kirche 1189 von den Türken unter der Führung eines abtrünnigen Griechen zerstört. Die Anhöhe von Kolossai/ Chonae, die ehemalige Akropolis der Stadt, liegt 4,5 km nordwestlich von dem heutigen türkischen Dorf Honaz entfernt. Der türkische Name der Ortschaft verrät den ursprünglichen phrygischen Ortsnamen: Chonae-Honaz. Östlich der Anhöhe fließt durch eine Schlucht der Lykos. Am Ostufer liegen heute noch verstreut einige Reste der einst berühmten Michaels-Kirche zu Chonae.

Nicht zufällig wird man durch den Michaels-Kult in Chonae auf den Bezug Michaels zu Quelle, Fluß oder Meer — in Verbindung mit hochgelegenen Orten — erinnert, den viele westeuropäische Kirchen und Klöster aufweisen — etwa der Monte Gargano, auf dem er schon 493 erschienen sein soll, und Mont Saint-Michel in der Normandie. Michael ersetzte im Zuge der Christianisierung des Westens auch dort heidnische Gottheiten, etwa den griechisch-römischen Merkur, den germanischen Windgott Wotan und den Lug der keltischen Druiden, wie man an vielen, ehemals heidnisch geweihten Heiligtümern belegt hat.

Sowohl in der byzantinischen als auch in der russischen Ikonographie war die Darstellung des Michaels-Wunders zu Chonae ein beliebtes Thema. Die Szene erscheint auch auf dem Bronzeportal von Monte Gargano (1076). Das mittelalterliche byzantinische Malerbuch gibt für die Kalenderikone für den 6./19. September folgende Beschreibung der Darstellung an: »Eine Kirche, drinnen der greise Heilige Archippos mit einem spitzen Bart in Gebetshaltung. Der Erzengel Michael steht vor ihm und sticht mit seiner Lanze in den Kirchenbrunnen, wobei der Stein auseinanderbricht. In der Ferne sieht man zwei Gebirgsströme, die sich vor der Kirche in einen Fluss vereinigen und durch den aufgebrochenen Stein fließen. Darüber, am Flusslauf auf der Anhöhe, arbeiten Männer mit Äxten und Werkzeug.«

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Gabriel GabVMRs.jpg (24376 Byte)

Der hebräische Name Gabriel bedeutet »Gott hat sich stark gezeigt«; »Stärke Gottes/Vertrauter (Mann) Gottes«, »fortitudo Dei, nuncius«, (Dan 8,16; Lk 1,26). Den »Engel seines [Gottes] Angesichts« (nach Jes 63,9, ähnlich Mt 18,10) bezieht die orthodoxe Lehre auf den Erzengel Gabriel, der vor dem inkarnierten Logos, im Lichtschein der Majestät des Vaters steht, und nennt ihn »Engel des Gottes-Antlitzes« oder »der vor seinem Antlitz steht«.

Neben Michael ist also Gabriel einer der höchstrangigen Engel, den die Bibel mit Namen nennt. Er gilt dem Alten Testament als Schutzengel des erwählten Volkes. Sein Platz war an der Nordseite des Tempels. In der jüdischen Apokalypse ist er auch der Straf- und Todesengel und der Herr des Paradieses, der Geist, der über den Donner und über die Reife der Früchte gebietet. In der jüdischen Kabbala tritt er als Lehrer des Patriarchen Joseph auf. Die Muslime glauben, dass, Mohammed, der Prophet Allahs (570-632), durch die Vermittlung des Erzengels Gabriel, arabisch »Djabril — Engel der Offenbarung«, die göttlichen Offenbarungen im Koran niedergeschrieben hat und dann in den Himmel gefahren worden ist. Im Koran, Sure 32,12, lesen wir: »Sprich: Der Engel des Todes, der über euch eingesetzt wurde, wird eure Seele hinnehmen; zu eurem Herrn dann werdet ihr zurückgebracht.« Lukas (16,22) dagegen spricht allgemein von Engeln, die die Seele des Verstorbenen in Abrahams Schoß tragen. Wir haben erwähnt, dass als eigentlicher Seelenbegleiter der Erzengel Michael galt.

Gabriel wird — wie Michael — Archistrategos genannt und für »göttlich schön« gehalten. Er gilt den Christen als der Engel, der die Gebete der Menschen dem Himmel überbringt (vgl. Lk 1,19; 1,26). Gabriel ist der eigentliche Bote (angelos), Übermittler froher Botschaften, Engel der Offenbarung von Gottes Willen und der Verkündigung im Alten und im Neuen Testament. Gott schickt ihn, um Daniel aufzurichten und ihm die Ankunft des Messias zu prophezeien. Am Fluss Ulai hat Daniel eine Vision von einem gewaltigen Widder, der von einem noch gewaltigeren Ziegenbock getötet wird. Es ist Gabriel, der Daniel diese Erscheinung als Endzeitvision auslegt (Dan 8,15-27). Später begegnet er Daniel noch einmal, als dieser ein Bußgebet für sein Volk spricht. Gabriel überbringt ihm als Antwort darauf die Weissagung, dass der Messias nach 70 Jahrwochen (oder 490 Jahren) kommen werde (Dan 9,21-27).

Lukas berichtet in den Geburtsgeschichten Jesu davon, dass Gabriel dem Tempelpriester Zacharias im Tempel von Jerusalem erscheint und ihm die Geburt seines Sohnes Johannes, dessen Schicksal es sein wird, der Täufer zu sein, ankündigt, wobei er sich selbst »Gabriel, der vor Gott steht«, nennt (Lk 1, 11-22). Ein halbes Jahr später, in Nazaret, bringt er Maria die frohe Botschaft (»Euangelion«), dass Gott sie zur Mutter seines Sohnes Jesus Christus erwählt hat (Lk 1, 26-45). Er nennt ihr als Zeichen, dass ihre Verwandte Elisabeth ebenfalls Mutter werden wird, wovon sich Maria bei ihrem Besuch dann überzeugen kann (Lk 1, 26-28.36f). Auch dem Josef erscheint Gabriel (genannt nur als Engel des Herrn,  Mt 1,20)  mit der frohen Botschaft im Traum, später auch den Hirten (ebenfalls nur genannt als Engel des Herrn, Lk 2,9). Apokryph sind Vorstellungen, dass zur gleichen Zeit, als der Erzengel Uriel den kleinen Johannes aus der Wüste zurückbringt, das Jesuskind aus Ägypten in den Jerusalemer Tempel kommt, begleitet von Gabriel. Den Engel, der Adam verbietet, vom Baum der Erkenntnis zu essen, und der Set, dem Sohn Adams, die Buchweisheit beibringt und auch Jesus in Gethsemani stärkt, identifiziert die orthodoxe Kirche mit Gabriel; er sagt den Heimgang der Muttergottes voraus. Ihm wird explizit die von den Engeln übernommene Buchführung über die Taten der Menschen zugedacht. Oft erscheint er daher mit einer Schriftrolle, als Pendant zum kriegerischen Michael, neben dem Portal, das von der Vorhalle in den Kirchenraum führt. Dabei schreibt er »die Gedanken der Eintretenden« auf, wie es in der Hermeneia heißt.

Gabriel, den viele Forscher in vielfältige Beziehung zum griechischen Hermes bringen, tritt in der Katakombenmalerei der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts zunächst in antikem Idealgewand, ohne Flügel, die Rechte wohl zu Maria hin grüßend erhoben, in der umstrittenen Verkündigungsszene in der Priscilla-Katakombe auf. Ikonen geben ihm später Diakonskleidung (Albe, Dalmatika) und das prächtige Pluviale, den bischöflichen Mantel. Eine byzantinische Miniatur von 879-883, heute in Paris, zeigt ihn als Vertreter Gottes, den Kaiser Basilios I. krönend, in derselben prächtigen Gewandung, mit juwelenbesetztem Diadem. Auf der Elfenbeinplatte in Berlin krönt die Gottesmutter Kaiser Leo VI. Zugegen ist Gabriel mit Zepter und Weltkugel. Auf späten russischen Ikonen wird er mit Kerze und Jaspis-Spiegel dargestellt. Die Beischrift, z.B. auf einer südrussischen Ikone um 1800, lautet: »Der heilige Erzengel Gabriel offenbart Gottes Geheimnisse; er verkündete der allreinen Gottesgebärerin die aus ihr hervorgehende Inkarnation des Logos.«

Attribute: Stab; Welt- oder Lichtkugel. Bei abendländisch beeinflussten Ikonen kommt ein Spiegel vor, von dem er die Befehle des Herrn abliest. Russische Autoren (wie Dmitrij Rostovskij) geben als Attribute Kerze und Jaspis-Spiegel an. Letzterer soll die unergründbaren Wege Gottes symbolisieren. Auf ukrainischen Ikonen sehen wir oft Ziborium und Kerzenlaterne.

Festtag in der orthodoxen Kirche: 26. März (am Tag nach der Verkündigung an Maria), 13. Juli (seit dem 9. Jahrhundert zweites Fest, da die Feierlichkeiten am 26. März in die Fastenzeit fallen; gedacht wird aller anderen Verkündigungen); Gabriels Festtag in der katholischen Kirche ist der 29. September.

In  Mettenheim weist der Engel Gabriel mit rechten Hand nach oben. Auf dem Schrobenhausener Gebetsbild Anfang letzten Jahrhunderts hält St. Gabriel, der himmlische Botschafter, gekleidet in einer Art dunkelrotem Mönchsgewand, eine Laterne in der Rechten und einen Spiegel von Jaspis in der Linken.


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Raphael RaphF.jpg (25567 Byte)

»Medicina Dei«, medicus; (Tob 3,16f.; 5,4; 12,15).
Der Engel Raphael wird nur im Buch Tobit erwähnt, das innerhalb des Alten Testaments zur Weisheitsliteratur zählt und wahrscheinlich erst im 2. oder 1. Jahrhundert v. Chr. in Palästina auf Aramäisch oder Hebräisch verfasst wurde. Das älteste erhaltene Exemplar liegt in griechischer Sprache vor; die römisch-katholischen und orthodoxen Versionen orientieren sich an der griechischen »Septuaginta«; in der jüdischen Bibel erscheint das Buch Tobit nicht, in der protestantischen Bibel zählt es zu den Apokryphen. 1955 wurden Teile des Buches auf Aramäisch und Hebräisch bei Qumran am Toten Meer entdeckt. Die Erzählung eines unbekannten Verfassers, die in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts v. Chr. nach dem Sieg der Assyrer über das Königreich Israel beginnt, handelt in der antiken assyrischen Hauptstadt Ninive (nachweislich 612 v. Chr. zerstört). Mit seinem Wandergesellen, dem von Gott »um zu heilen« gesandten »großen« Engel Raphael, macht sich der junge Tobias auf den Weg. »Raphael war ein Engel, aber Tobias wusste es nicht« (Tob 5,4). Raphael beschützt Tobias vor dem Dämon Aschmodai. Er selbst gibt sich als einer der sieben Engel zu erkennen, die am Throne Gottes stehen und die Gebete zu ihm emportragen (Tob 12,15). Ein riesiger Fisch erschreckt Tobias am Tigris. Durch seinen Gesellen ermutigt, packt ihn Tobias an den Flossen. Beide zerteilen und essen den Fisch. Auf Raphaels Rat nimmt Tobias Galle, Leber und Herz heraus, da diese sich später als Medizin erweisen werden (die Szene am Ufer wurde gelegentlich auf russischen Ikonen wiedergegeben). Später wird Sara, der ein böser Geist siebenmal den Verlobten getötet hat, mit der Fischleber von allen bösen Geistern befreit, sie wird Verlobte des Tobias; der greise Vater Tobit wiederum wird mit der Fischgalle geheilt.
Auch Sara betete — wie Tobit — um Hilfe (Job 3,10-15). Und der biblische Erzähler fügt hinzu: Das Gebet beider, Tobias‘ und Saras, fand Gehör bei der Majestät des großen Raphael. Er wurde gesandt, um beide zu heilen (Tob 3,16-17). Wegen dieser Heilung nennt der Engel sich »Raphael« (»Gott heilt«) und gilt als der Heiler und Schutzengel unter den Erzengeln. Das apokryphe Buch Henoch 1 setzt ihn unter den vier Nothelfern »über alle Krankheiten und Wunden der Menschen« ein.
Die Beischrift auf einer südrussischen Ikone (um 1800) der Heiligen Heiler bezeichnet ihn als »Arzt der menschlichen Krankheiten« und erklärt weiter: »Der heilige Erzengel Raphael hat Tobias auf seiner Wanderung vor Unglück bewahrt und seinen blinden Vater geheilt.« Seine früheste Darstellung findet sich in der Katakombe des Friedhofs von Trassone.
Attribute: Medizinbüchse / Gefäß mit Fischgalle; Kreuz und Stab.

Die orthodoxen Festtage Raphaels, der als Schutzpatron der Reisenden, Ärzte und Apotheker gilt, werden am 8. September und 8. November gefeiert, die Katholiken feiern ihn seit 1970 zusammen mit Gabriel und Michael am 29. September.

In der Kirche von Mettenheim trägt Raphael das Salbgefäß in der linken Hand und den Wanderstab in der rechten Hand. Auf dem Schrobenhausener Gebetsbild Anfang letzten Jahrhunderts ist St. Raphael, der himmlische Arzt, in hellblauen Wandergeand alter Zeit gekleidet und hält in der Rechten den jungen Tobias und in der Linken eine Arzneibüchse.

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Uriel UrielMR.jpg (29037 Byte)


(Hebr.: Urjieïl, manchmal »Surial« und auch »Ariel«genannt; kirchenslavisch: Uriil)
Die kirchenslavische Übersetzung im 3. Buch Esra (1. Jhd. n.Chr.), wo Uriel genannt wird (3 Esra 4,1-34; 5,20; 10,28), erfolgte nach der Vulgata (Ende 4. Jhdt.). Von diesem bei slavischen Orthodoxen (russische Bibel) als kanonisch geltenden Buch gibt es nur lateinische, also keine hebräischen oder griechischen Texte. Den Engel Uriel schickt Gott zu Esra, um ihn über die Erkenntnisgrenzen der Menschen zu belehren: »So wie die Erde dem Wald gegeben ist und das Meer seinen Wellen, so können die Bewohner der Erde nur das, was auf Erden ist, verstehen; und nur die Bewohner des Himmels können verstehen, was im Himmel ist« (3 Esra 4,20). Es folgen sieben apokalyptische Visionen des Esra, deren Bedeutung ihm Uriel erläutert.
In der ostkirchlichen Liturgie wird Uriel zusammen mit den drei allgemein kanonischen Erzengeln angerufen. Der aus dem Altjudentum übernommene Engel, dem er als Regent der Sternenwelt und des Engelheeres galt, trägt einen bedeutungsvollen Namen: »(Mein) Licht ist Gott« oder »Feuer (Licht) Gottes« (lat.: Lux vel ignis Dei, fortis socius). Uriel kommt ansonsten außer in spätjüdischen (rabbinischen) und gnostischen Schriften nur in umstrittenen bzw. nicht kanonischen Büchern und Apokryphen vor.
Uriel, einer der vier Erzengel, geleitet die Toten zum Thron Gottes, nachdem er die Hades-Tore geöffnet hat (Oracula Sibylli.na), und bewacht danach das Paradiesestor. In apokryphen Schriften wird erzählt, dass er Elisabeth und ihren kleinen Sohn Johannes (den späteren Täufer) auf der Flucht in der Wüste begleitet und später den vier Monate alten Johannes aus der Wüste herbeiführt. Uriel gilt aber auch als Engel der Buße und Strafe, wohl weil er Esra eine siebentägige Fastenbuße auferlegt hat (3 Esra 5,20).

In der Apokalypse des Paulus — einem Apokryphon vom Ende des 4., Anfang des 5. Jahrhunderts, das auch in slavischen Übersetzungen bekannt ist, wird erzählt, dass der dem dritten Himmel entrückte Paulus von einem Engel ins Paradies begleitet wird. Zwei singende Engel, die Uriel und Suriel genannt werden, stehen vor dem Thron, der für den Apostel in einem Zelt von Licht bereitgestellt ist.
Uriel zeigen die Mosaiken von S. Maria Maggiore in Rom (4./5. Jhd.), ein antikes Grabmal in Sofia, Bulgarien (5. - 6. Jhdt.), das Mosaik in S. Apollinare Nuovo in Ravenna (520-530), folkloristische Szenen in Ägypten (Fresko in Bawit), das Kuppel-mosaik in der Sophienkathedrale in Kiev (11. Jhd.; erneuert), das südliche Portal von Saint-Gilles in der Provence (1. Hälfte 12. Jhd.) und die byzantinischen Mosaiken aus normannischer Zeit (12. Jhd.) auf Sizilien (Apsis im Dom von Monreale; Vierung der Martorana-Kirche in Palermo, zusammen mit Michael, Gabriel und Raphael in Relation zur Deesis des Bema). Noch um 1200 ist Uriel auf der Holzdecke von St. Michael in Hildesheim und im 13. Jahrhundert auf Tafelbildern der Schulen von Siena (»Antependium von Siena«) und Parma dargestellt worden. Die Beischrift auf einer russischen Ikone der Heiligen Heiler bezeichnet ihn als »leuchtendes Feuer Gottes, Erleuchter der Umnachteten«.

Attribute: Stab, Licht-Globus, Schwert (nach Dmitrij Rostovskij), Feuerflamme (auf der offenen Hand), Laterne, Weihrauchschale. Einen besonderen Festtag Uriels (am 27. Tobi) kennt nur die koptische Kirche.

In Mettenheim trägt er in der linken Hand ein flammendes Schwert. Auf dem Schrobenhausener Gebetsbild Anfang letzten Jahrhunderts  hat St. Uriel, der himmlische Licht - oder Feuerengel, das Schwert. Er ist in grüner Albe und roter Diakons-Dalmatika gekleidet.

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Salathiel EMSealt.jpg (39404 Byte)
in der Kirche in Mettenheim mit einem Korb voll Blumen


Kirchenslavisch:: Salafiil/Selafiil, »mein Gebet gilt Gott«; »oratio Dei«, orator; in Mettenheim "Sealtiel"
Salathiel, der »Führer des Volkes«, wird erwähnt in einem astrologischen Traktat und in 3 Esra 5,16-20, in einem Vulgatatext also, der nicht in die griechische, aber in die kirchenslavische Bibelübersetzung des russischen Bischofs Gennadij — wenn auch erst 1499 — aufgenommen wurde, auf den sich aber schon einige Kirchenväter und auch späte russische Katechismen beziehen. Im dritten Esra-Buch ist Salathiel eigentlich antithetisch zu Uriel gestellt, als ein Engel, der den Propheten Esra auf die Probe stellt oder gar in Versuchung führt: Und es war so: In der zweiten Nacht kam zu mir Salathiel, der Führer des Volkes, und fragte mich: Wo warst du, und warum ist dein Gesicht so traurig? Weißt du denn nicht, dass dir Israel samt seinem Land, in das es zog, übergeben worden ist? Also steh auf und iss Brot, und lass uns nicht allein, wie ein Hirte seine Herde den Wölfen überlässt. Ich aber sagte zu ihm: Geh weg und komm mir nicht nahe. Als er das hörte, ging er von mir weg. Ich aber verbrachte sieben Tage in Fasten und Buße, stöhnend und weinend, so wie es mir der Engel Uriel aufgetragen hatte.
Salathiel zeigen schon die Wandmalereien der russischen Spas-Kirche von Neredica bei Novgorod (1199). Die Beischrift auf einer südrussischen Ikone der Heiligen Heiler (um 1800) bezeichnet ihn als »Erzengel Selafliil — immerwährender Beter vor Gott für die Menschen« bzw. erläutert: »Der heilige Erzengel Salathiel wird von Gott dem Betenden gesandt«. Dieser Engel wird meist betend, mit vor der Brust gekreuzten Händen dargestellt.

Auf dem Schrobenhausener Gebetsbild Anfang letzten Jahrhunderts hält St. Sealtiel hält als Bittengel die Hände zum Gebet gefaltet. Er ist in hellblauem, bis zum Boden reichendem Frauengewand gekleidet.

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Jehudiel EMJehu.jpg (27665 Byte)
in der Kirche zu Mettenheim mit der Krone in der Hand

Jehudiel oder Euchudiel /Jegudiil; »laus Dei«, renumerator,kirchenslavisch: chvala Bozija.
Er sorgt für die Erfüllung von Gottes Gerechtigkeit. Die Beischrift auf einer südrussischen Ikone der Heiligen Heiler (um 1800) bezeichnet ihn so: »Er preist Gott und die Gottesmutter, steht den Mühseligen und den Gottesdienern bei.« Auf anderen Ikonen ist zu lesen: »Der heilige Erzengel Jehudiel kümmert sich um die Bewahrung des Gesetzes Gottes.« Er trägt die Krone, hält aber auch die dreiteilige Peitsche für die Menschen bereit. Attribute: Stab, Krone und Geißel.

Auf dem Schrobenhausener Gebetsbild Anfang letzten Jahrhunderts hält St. Jehudiel, der Vergeltungsengel,  in der Rechten die Himmelskrone, in der Linken eine Geißel. Bekleidet ist er in violettem Mönchsgewand.

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Barachiel EMBarach.jpg (36064 Byte)
In der Kirche in Mettenheim mit einem Buch in der Hand

Kirchenslavisch.: Varachuil, »Segen Gottes«; »benedictio Dei«, adiutor; (3. Henochbuch 14,4 und Sibyllina 2,315). Die jüdische Kabbala nennt ihn manchmal statt dessen Anael, der dort mit dem Freitag, der Venus und den Farben Grün, Licht-rosa und Lichtblau in Verbindung gebracht wird.
Die Beischriften auf südrussischen Ikonen der Heiligen Heiler, um 1800, bezeichnen Barachiel als »gesegnet von Gott« und »unseren Fürsprecher vor Gott, Überbringer der Gaben Gottes« bzw. lauten: »Der heilige Erzengel Barachiel, der gesegnete Engel des Herrn«. Dort auch ist sein Attribut ein Tuch voller Blumen, Symbol des Überflusses und Segens Gottes.

Auf dem Schrobenhausener Gebetsbild Anfang letzten Jahrhunderts ist St. Barachiel, der Siegesengel, in weißer Albe, roter Diakonsdalmatika und himmelblauem Vespermantel, in dem er vor dem Schoß einen Kranz von weißen Rosen zeigt, gekleidet.


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Jeremiel Darstellungen des Erzengels Jeremiel scheint es in der Ikonenmalerei nicht gegeben zu haben.

Der Name bedeutet »Erhöhung Gottes«, kirchenslavisch: vysota Bozija
Jeremiel wird, wie Uriel und Salathiel, in den lateinischen und slavischen Versionen von 3 Esra 4,36 erwähnt: Esra fragt, wann der Tag der Erlösung kommen wird. Daraufhin antwortet ihm »der Erzengel Jeremiel«, dass nur der Allmächtige, der die Zeit gemessen und die Stunden gezählt hat, weiß, wann »die Zahl Sieben erreicht wird«.

Text zum Großteil nach Ivan Bentchev in "Engelikonen. Machtvolle Bilder himmlischer Boten", Herder 1999, 81-104


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